|
|
|
Warnung vor spanischen Ohrentropfen:
Folgende rezeptfreie Ohrentropfen werden bei Ohrenschmerzen gern von den Apotheken ausgegeben, da modernere, Antibiotika-haltige Ohrentropfen nur noch gegen Abgabe einer ärztlichen Verschreibung erhältlich sind:

Leider habe ich auf diese Tropfen hin sehr, sehr, sehr(!) häufig heftigst schmerzhafte Veränderungen (Aufgequollene Gehörgangshaut, sich lösende Gehörgangshaut wie verätzt sog. Epidermolysen bis hin zu Blasen auf dem Trommelfell) gefunden, die nur langsam, in mehreren Behandlungssitzungen abheilen. Das "altmodische" Präparat enthält unter anderem hochanteilig die (in der Gefahrstoffverordnung als "reizend" deklarierten) Bestandteile Phenol, Menthol und Kampher, die ich für die horrende Wirkung verantwortlich mache. Eine Meldung an das Pharmakologische Überwachungsamt war mir leider nicht möglich, da in Spanien alteingeführte Medikamente nur noch bei lebensbedrohlichen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Im Beipackzettel des Medikamentes steht allerdings (auf spanisch), dass die Ohrentropfen nicht bei Gehörgangsentzündungen angewandt werden dürfen! Die Apotheken geben sie dennoch aus. Falls Sie also in einer spanischen Apotheke gegen Ohrenschmerzen diese Tropfen erhalten haben sollten und die Ohrenschmerzen eher stärker als schwächer werden sollten, wenden Sie sie keinesfalls mehr an und suchen Sie baldmöglichst einen HNO-Facharzt zur Behandlung auf!
|
|
Wasserschutz des Gehörgangs beim Duschen |
|
|
 Bei einigen Behandlungen des Gehörgangs oder bei Trommelfell-Löchern (Unfall oder vom Arzt absichtlich gemacht) ist es zunächst sehr wichtig, dass weder "Wasser noch Watte" in den behandelten Gehörgang gelangen. Um ihn zum Beispiel beim Duschen oder Haarewaschen vor eindringendem Wasser zu schützen, sollte man sich keinen Wattepfropfen ins Ohr stecken! Reine Watte wirkt wie ein Docht und zieht Feuchtigkeit nach drinnen, andere, harte Stöpsel verletzen die eh' noch durch die Enzündung möglicherweise angegriffene Gehörgangshaut mechanisch und verzögern die Wundheilung, oder, noch schlimmer, bringen neue Verschmutzungen oder sogar Bakterien hinein! Ich empfehle daher, beim Duschen und Haare waschen, sich einen Plastikbecher über das betroffene Ohr zu stülpen und sich mit der anderen Hand (Gegenarm überkopf!) oder durch einen Helfer die Haare auf diese Art zu waschen. Wenn man die Bechergröße richtig wählt, dringt so kein Wasser in das Ohr und der Gehörgang wird auch nicht mechanisch oder bakteriell belastet. Achtung! Wichtig ist, wegen möglicher Splittergefahr: Kein Glas, sondern Plastik verwenden! |
|
Wattestäbchen |
|
|
 Wattestäbchen sind die besten Freunde des HNO-Arztes. Warum? Sie bescheren ihm einen zufriedenen Patientenstamm und regelmäßige Einkünfte, auch in der "Saure-Gurken-Zeit" ;-)
Nein, im Ernst: Wattestäbchen haben in den Gehörgängen nichts zu suchen, sonst hätte der Liebe Gott (oder die Evolution) uns mit einem kleinen Depot nachwachsender "Ohrenstäbchen" irgendwo am Hals versehen. Die Erfindung dieser kleinen Helfer ist natürlich offiziell nicht mit dem vermeintlichen "Reinigen" von Gehörgängen verknüpft, und genauso offiziell steht auch ein Warnaufdruck auf dem Kästchen, dass man die Teile "nicht in den Gehörgang einführen" soll. Natürlich kauft sich jeder ein Päckchen davon genau für diesen Zweck! Irgendwann komme ich, als HNO-Arzt, dann ins Spiel, der dann die festgedrückten Ohrschmalz-Haar- Hautpfröpfe wieder heraus pulen darf.
Man hat natürlich immer ein wenig "Erfolg" am Wattestäbchenkopf hängen und übersieht dabei, dass man sich vielleicht gerade ein klein wenig Rest-Ohrschmalz in den feinen Haarkranz im Gehörgang gepresst hat. Dort schiebt sich das gletscherartig vom Trommelfellrand her vorschiebende Ohrschmalz von innen wie ein "Auffahrunfall" auf das fest klebende Hindernis und schon sammelt sich ein wachsender wächserner Pfropf an.
Schlimmer wird das Ganze dann, wenn Wasser in die Ohren dringt und eine Gehörgangsentzündung verursacht. Ein Phänomen, das besonders langmonatige Wattestäbchen-Anwender kennen, die dann im Urlaub hier erstmals stundenlang im Wasser planschen und sich einige Stunden danach wundern, dass das "Wasser" immer noch nicht aus dem Gehörgang gelaufen ist. Meistens ist der Ohrschmalz-Schlamm dann bereits am "köcheln" und dient Myriaden von Bakterien oder Pilzen als willkommener feucht-warmer Partyplatz! Das schmerzhaft zugeschwollene und "laufende" Ohr ist dann die Folge. Kein Fall mehr für den Apotheker oder Allgemeinmediziner, sondern den HNO-Facharzt! |
|
|
|
|
|